I. Einleitung
Das Körperverletzungsdelikt ist eines der am häufigsten angezeigten Straftaten. Egal ob unter Ehepartnern, Eltern und Kindern oder unter Fremden, dieses Delikt kommt in der Statistik in allen Konstellationen vor.

Die Körperverletzung § 223 StGB

Den Grundtatbestand der Körperverletzungsdelikte stellt der § 223 StGB dar. Dort heißt es:
(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
Die Tatmodalitäten stehen selbständig nebeneinander. Oft überschneiden sie sich aber. Das Schutzgut ist die körperliche Unversehrtheit. Definiert wird die Körperverletzung wie folgt: „Jede üble und unangemessene Behandlung, durch die das körperliche Wohlbefinden nicht nur unerheblich beeinträchtigt wird. Da aber kein Schmerzempfinden notwendig ist, reicht z.B. auch das Abschneiden der Haare aus.

Die Gesundheitsschädigung wird definiert als Hervorrufen oder Steigern eines -wenn auch nur vorübergehenden- pathologischen Zustands. Rein psychische Beeinträchtigungen erfüllen bislang grundsätzlich nicht den Tatbestand des § 223 StGB.

Antragsdelikt
Der Tatbestand der Körperverletzung ist ein Antragsdelikt. Das bedeutet dass die Tat nur auf Antrag des Geschädigten geahndet wird.

II. Gefährliche Körperverletzung § 224 StGB
Bei § 224 StGB handelt es sich um einen Qualifizierungstatbestand. Das bedeutet, dass wenn der Täter bei der Ausführung einen der § 224 Abs. 1 Nr. 1-5 verwirklicht hat, dann greift der Strafrahmen des § 224 StGB. Der verschärfte Strafrahmen beträgt sechs Monate Mindeststrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. In minder schweren Fällen beträgt die Mindestfreiheitsstrafe drei Monate.

Der Wortlaut lautet wie folgt:

(1) Wer die Körperverletzung
1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Der Grund für die Strafschärfung nach § 224 StGB ist die erhöhte Verletzungsgefahr.

III. Die schwere Körperverletzung § 226 StGB
Die besondere schwere des Taterfolgs nach § 226 StGB ist der Grund für die verschärfte Bestrafung nach § 226 StGB.
Der Gesetzeswortlaut bestimmt folgendes:

„Hat die Körperverletzung zur Folge, dass die verletzte Person

1. das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt

so ist die Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Verursacht der Täter eine der in Absatz 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

Die Gesundheitsschädigungen müssen von Dauer sein.

IV.§ 229 StGB Fahrlässige Körperverletzung

„Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Rechtstipp der Anwälte für Strafrecht
Haben Sie eine Vorladung von der Polizei wegen einer Körperverletzung erhalten, so suchen sie umgehend einen Fachanwalt für Strafrecht oder einen auf Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalt auf. Wir sind in dem Bereich sehr erfahren und können ihnen weiterhelfen. Rufen Sie uns an, wenn Sie eine Vorladung von der Polizei wegen Körperverletzung bekommen haben. Wir beraten Sie, wir vereinbaren einen Termin mit ihnen und wir beantragen unverzüglich Akteneinsicht. Nach dem Besprechen der Ermittlungsakte legen wir mit Ihnen gemeinsam die für Sie beste Verteidigungsstrategie fest. In keinem Fall sollten Sie als Beschuldigter wegen Körperverletzung selbst zur Polizei gehen und Angaben machen. Dazu sind Sie als Beschuldigter auch nicht verpflichtet. Sie haben ein Schweigerecht und müssen nicht zur polizeilichen Vernehmung erscheinen.